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Die wichtigsten Kleinkläranlagen Abwasserparameter:

Absetzbare Stoffe CSB Phosphat
Abwassertemperatur Farbe Abwasser Sauerstoff
Ammonium Nitrat Stickstoff
BSB5 pH-Wert Trübung

 

 

 

Absetzbare Stoffe

Die im Abwasser enthaltenen absetzbaren Stoffe (z.B. Sandkörnchen und andere Sink- und Schwebstoffe) werden mit dem Imhofftrichter bestimmt. Der Imhofftrichter ist ein kegelförmiges Absetzglas, das mit der Kegelspitze nach unten aufgestellt wird. Die Abwasserprobe (1 Liter) wird in den Imhofftrichter gegeben, nach einer 2-stündigen Absetzzeit wird das Volumen der abgesetzten Stoffe bestimmt.
Üblicherweise liegt der Volumenanteil bei 1 bis 20 ml/l im Zulauf. Am Ablauf der Kleinkläranlage darf der Volumenanteil nur noch bei 0,3 bis 0,6 ml/l liegen.

Temperatur

Die Abwassertemperatur liegt im Zulauf bei etwa 10 bis 20°C. Die Messung erfolgt entweder mit Thermometern oder mit Messgeräten. Die Temperaturbestimmung ist deshalb so wichtig, weil alle chemischen und auch die biologischen Prozesse temperaturabhängig sind.

 

Ammonium

Im Rohabwasser liegt etwa 90% des vorhandenen Stickstoffes als Ammonium, angegeben als Stickstoffanteil im Ammonium, vor.
Zulauf ca. 20 - 50 mg/l (Bei Kleinkläranlagen kann der Anteil auch erheblich größer sein, da das Abwasser praktisch kaum verdünnt und vermischt wird, bei größeren Kläranlagen wird das Abwasser durch lange Wege und durch die vielen Zuläufe in der Kanalisation, Fremdwasser, Grundwassereintritte in die Kanalisation stärker vermischt).
Im Ablauf sind Werte von 25-30 mg/l wünschenswert.
Die Bestimmung erfolgt in der Regel durch Messgeräte (Photometer unter Verwendung bestimmter Reagenzien), einen ersten Überblick kann man sich auch über Teststreifen verschaffen, jedoch sind die ermittelten Werte eher zu ungenau. Ammonium ist Nährstoff im Vorfluter und kann bei pH-Wert-Steigerung zur Erhöhung des Fischgiftes Ammoniak führen.

 

biochemischer Sauerstoffbedarf  BSB5

Der biochemische Sauerstoffbedarf (BSB5) gibt an, wieviel Sauerstoff in 5 Tagen benötigt wurde, um die organischen Stoffe im Wasser abzubauen.

Der Sauerstoffgehalt des Abwassers wird dazu direkt nach der Probenahme bestimmt und erneut nach 5 Tagen.
Die Differenz aus beiden Werten ist der BSB5.
Sauerstoffkonzentration bei der Probenahme - Sauerstoffkonzentration nach 5 Tagen = BSB5 [mg/l].

Warum aber nun nach 5 Tagen?
Diese Zeitspanne ist eine Vereinbarung, die getroffen wurde, um eine einheitliche analytische Kenngröße zu haben.
Ebenso wurden Rahmenbedingungen zur Messung vereinbart.
Es wurde eine Temperatur von 20C vereinbart, da die Bakterientätigkeit temperaturabhängig ist.
Weitere Regelbedingungen wie Licht (im Dunkeln) und Druck wurden vereinbart.
Beim BSB5 handelt es sich also um eine vereinbarte analytische Kenngröße, die nichts direkt über den wirklichen Abbau in einer Kläranlage aussagt.

Verallgemeinert kann man sagen, je höher die org. Verschmutzung, desto höher der biochemische Sauerstoffbedarf.
Ein BsB5-Wert von 50 mg/l bedeutet also: Das Wasser enthält soviel biologisch abbaubare Substanzen, dass zum Abbau in einem Liter Wasser in 5 Tagen (bei Einhaltung der Regelbedingungen) ca. 50 mg/l Sauerstoff verbraucht werden.

Der BSB5-Wert ist ein bedeutender Abwasserparameter in der Wasserwirtschaft für die Reinigungsleistung und darüber hinaus ist er ein  wichtiger Planungs- und Dimensionierungsparameter von Abwasserbehandlungsanlagen.
Zulauf ca 300 - 800 mg/l
Ablauf ca. 10 - <40 mg/l

 

chemischer Sauerstoffbedarf  CSB

Der CSB-Wert gibt die Menge an Sauerstoff an, die zur Oxidation der im Wasser enthaltenen organischen (überwiegender Anteil) und der anorganischen (geringer Anteil) Stoffe benötigt wird.
Die Einheit des CSB ist [mg/l O2]. Der Sauerstoffbedarf wird unter Verwendung eines chemischen Oxidationsmittels gemessen.
Zu Ermittlung des CSB wird in der Praxis oft der Küvettentest angewendet.
Eine vorgeschriebene Abwassermenge wird in eine Messküvette gegeben, 2 Stunden auf Temperatur gebracht und dann mit einem Photometer gemessen.

Der CSB-Wert ist ein wichtiger Summenparameter zur Überwachung von Abwasserbehandlungsanlagen.CSB Zulauf: ca. 500 - 800 mg/lO2
CSB im Ablauf der Kleinkläranlage: Darf 150 mg/lO2 nicht überschreiten.

 

Farbe

In der Regel ist das Abwasser im Zulauf einer Kleinkläranlage hellgrau, tendiert die Farbe eher zu braun, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass sich das Abwasser im Zustand der Faulung befindet. Am Ablauf der Kleinkläranlage ist das Abwasser klar, eventuell leicht gelblich.

 

Nitrat

Bei der biologischen Abwasserreinigung wird Ammonium zu Nitrat oxidiert (Nitrifikation).
Der Nitrat Stickstoff NO3-N ist ein Parameter, der zum Nachweis der Denitrifikation Anwendung findet. Ist der Anteil an Nitrat-Stickstoff im Ablauf zu hoch, wird auch keine ausreichende Denitrifikation stattgefunden haben.
Die Bestimmung erfolgt in der Regel durch Messgeräte (Photometer unter Verwendung bestimmter Reagenzien), einen ersten Überblick kann man sich auch über Teststreifen verschaffen, jedoch sind die ermittelten Werte eher zu ungenau.

 

pH-Wert

Der pH-Wert gibt auf einer Skala von 1-14 an, wie sauer, neutral oder alkalisch (basisch) das Abwasser ist. Der pH-Wert wird entweder mittels Messgeräten erfasst, oder einfach mit Indikatorstreifen, an deren Farbumschlag dann mit Hilfe einer Farbtabelle der pH-Wert ermittelt werden kann.

bild_ph_wert_skala

 

 

 

 

 

 

 

pH-Werte < 6,5 können Beton angreifen,
pH-Werte >9 können die Funktionstätigkeit der Biologie beeinflussen.

 

Phosphat P

Phosphat ist ein wichtiger Nährstoff, der bei den natürlichen Wachstumsvorgängen in der Regel als Minimumfaktor anzusehen ist.
Ein Phosphatüberschuss in einem Gewässer (Vorfluter) kann zu explosionsartigem Wachstum führen.

Zulauf 8-14 mg/l PO4-P
Ablaufziel: wünschenswert wäre hier <1mg/l PO4-P
Falls Ihre Kleinkläranlage der Ablaufklasse +P entsprechen soll bzw. muss, ist eine Phosphatelimination (Fällung) erforderlich.

 

gelöster Sauerstoff O2

Im Abwasser sind reichlich aerobe Bakterien und abbaubare Stoffe enthalten, die eine Sauerstoffzehrung bewirken. Rohabwasser weist deshalb einen sehr geringen Sauerstoffgehalt auf. Aus diesem Grund muss für den gezielten Abbau der organischen Substanzen (Belebung) Sauerstoff eingetragen werden, um einen permanenten Sauerstoffgehalt von 1 - 2 mg/l zu gewährleisten.
Der O2- Gehalt kann mit Messgeräten ermittelt werden, die aber gewisse Grundkenntnisse (Kalibrierung, Reinigung, Wartung und Lagerung) erfordern.
Die Herstellerangaben müssen beachtet werden. Sachgemäße Anwendung vorausgesetzt, sind die Messergebnisse recht genau.

 

Stickstoff N

Stickstoff liegt im Abwasser hauptsächlich als Ammonium NH4+, als Endstufe des anaeroben Eiweißabbaues und als Harnstoff vor.

 

Trübung

Für die Qualitätsbeurteilung des Ablaufes ist die Trübung ein wichtiger Parameter, da die Trübung Hinweise auf den Restschmutzgehalt (nicht für gelöste Stoffe) liefert.
Eine einfache Bestimmung erfolgt über die Sichttiefe mittels Sichtscheibe (20x30cm), die direkt in das Wasser (Nachklärbecken) eingelassen wird, bis sie nicht mehr sichtbar ist.
Die Scheibe ist dabei an einem Stab mit Zentimetereinteilung befestigt, so dass die Sichttiefe leicht abgelesen werden kann.
Die Sichttiefe im Nachklärbecken sollte mindestens 50 cm betragen.
Ein anderer Weg zur Beurteilung der Sichtiefe ist das Abfüllen des gereinigten Abwassers in ein Becherglasgefäss. Die Beurteilungskriterien sind klar - leichte Trübung - starke Trübung - undurchsichtig.
Eine ausreichende Reinigungsleistung hat stattgefunden, wenn das gereinigte Abwasser (im Ablauf der Kleinkläranlage) entweder klar ist, bzw. nur eine leichte Trübung aufweist.

 

 

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